Ängste, Sorgen & Stress

Angst. Ein Gefühl das wir verspüren, wenn wir uns bedroht fühlen, Sorgen haben, oder die Kontrolle verlieren. Der Puls steigt, wir malen uns schlimme Szenarien aus, vielleicht wird uns sogar schwindelig und wir haben schlaflose Nächte. Jeder hat Ängste und diese können viele verschiedene Gründe haben, wie zum Beispiel Krankheiten, ein Jobverlust, Umzug, Scheidung, Stress, beruflicher Druck und viele weitere. Manche von uns sind vielleicht sogar von Natur aus etwas ängstlicher.

Angst zu haben, bedeutet nicht unbedingt was Schlechtes. Denn durch die Angst werden wir vorsichtig und schützen uns vor Gefahren. Immer dann, wenn eine Situation als gefährlich eingestuft wird, aktiviert sich in unserem Gehirn ein Notfallprogramm, was uns auf einen Kampf, eine Flucht oder auf totstellen vorbereitet.

Ängste können uns aber auch ganz schön quälen, uns das Leben schwer machen und uns sogar krank machen. Psychisch, wie körperlich.

Ängste haben auch mir das Leben ziemlich lange schwer gemacht. Alles ging los mit Nikolajs Diagnose. Ich hatte Angst ihn zu verlieren, Angst vor dem was uns erwartet, Angst vor seinen Operationen und seiner Therapie.

Plötzlich plagten mich Magenschmerzen, die zu meinem täglichen Begleiter wurden. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass Angst, Sorgen und Stress für die Schmerzen verantwortlich waren.

Ich ging zum Arzt und habe mich auf eventuelle Unverträglichkeiten testen lassen. Das Ergebnis war, dass ich keine Unverträglichkeiten habe, also ist es vielleicht eine Entzündung dachte der Arzt und ich auch. Ich bekam eine Überweisung und machte eine Magenspiegelung.

Jeder der schon mal eine gemacht hat, weiß dass das wirklich nicht schön ist und super unangenehm ist.

Leider hatte ich keinen Arzt, der einfühlsam war. Ganz im Gegenteil. Er hat mir mental mit einem Brett vor den Kopf geschlagen. Seine Worte werde ich nie vergessen: „Sie haben es nicht am Magen, Sie haben es im Kopf!“ und dann verließ er ohne weiteres das Untersuchungszimmer.

Ich weinte, weinte und weinte. Doch warum? Ich hätte mich doch glücklich schätzen können gesund zu sein! Das war ich auch, bitte nicht falsch verstehen. Es wäre zu dem Zeitpunkt nur einfacher für mich gewesen einen entzündeten Magen zu haben und ein Medikament dagegen einzunehmen, als mich der wirklichen Ursache zu stellen. Meinen Ängsten, Sorgen und dem Stress und somit mein Leben umzugestalten.

Zu akzeptieren, dass ich mental nicht stark genug war, war nicht einfach. Zu akzeptieren, dass man Veränderungen im Leben treffen muss, um gesund und schmerzfrei zu werden erfordert viel Kraft und Zeit (und in meinem Fall ganz viele Tränen).

Was habe ich gemacht? Erstmal nur schluchzend über den Arzt geschimpft, wie unsensibel er mich behandelt hat. Aber vielleicht war genau das nötig? Jemand der mir die bittere Wahrheit vor den Kopf haut und mir damit den Anstoß gibt mein Leben und mein Wohlbefinden wieder in den Griff zu bekommen.

Ich kann es nur jedem ans Herz legen darüber zu sprechen, denn das hilft! Ob mit Freunden, Familie, einem Fachmann oder sogar mit euch selbst.

Es mag sich vielleicht etwas verrückt anhören, aber ich habe mit mir selbst gesprochen. Ich habe laut ausgesprochen was mir Angst und Sorgen bereitet und das zu niemand anderem als mir selbst. Und es hat mir geholfen.

Es wirkte wie ein Geständnis und jedes Mal wie ich es wiederholte, fing ich an zu weinen. Doch von Mal zu Mal konnte ich besser damit umgehen und es flossen immer weniger Tränen. Damit war es aber nicht vorbei. Wie in vielen weiteren Lebenslagen, hat es mir geholfen meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben.

Nikolajs und mein Jahrestag stand vor der Tür ♥. Wie auch das Jahr zuvor, wollte ich ihm wieder einen Brief schreiben und meine Liebe damit ausdrücken. Das Jahr zuvor bekam er einen Brief in Form einer Flaschenpost und er war sehr gerührt. Ich wollte nach diesem kräftezehrenden aber doch wunderschönen Jahr etwas Besonderes schreiben. So schrieb, schrieb und schrieb ich. Raus kam ein Jahresrückblick, verpackt in eine Explosionsbox. Die vielen Briefe ergänzte ich mit Bildern.

In diesen Briefen habe ich mir alles von der Seele gesprochen (geschrieben). Es fiel mir überhaupt nicht leicht und wie ihr euch sicher denken könnt, flossen auch da wieder Unmengen an Tränen.

Und als ich fertig war, war plötzlich alles gut, kein Tränenmeer mehr.

Wenn du so einen persönlichen Brief, gefüllt mit deinen Gedanken und Gefühlen an keine andere Person geben möchtest, kannst du alles auch nur für dich aufschreiben. Das Schreiben hilft dir beim Verarbeiten und deine Gedanken zu sortieren. Sammle die Briefe doch in einer Box und du kannst sie dir bei Bedarf immer wieder durchlesen.

Aber wie verhalte ich mich, wenn ich Angst habe. Wie kann man sich vielleicht beruhigen?

Wie ihr wisst, habe ich letztes Jahr eine Chemo und eine Strahlentherapie gemacht. Vor beidem hatte ich große Angst! Ich hatte Angst vor Schmerzen und vor dem was mit meinem Körper passieren wird. Man kann sich noch verrückter machen, indem man viel recherchiert. Das habe ich nicht getan, ich habe mir nur die vom Arzt überreichten Unterlagen durchgelesen und wenn ich Fragen hatte, meinen Arzt und nicht Dr. Google gefragt (sehr zu empfehlen!!).

Durch die Meditation habe ich gelernt, dass wenn ich mich voll und ganz auf meine Atmung konzentriere, ich Ängste und Gedanken abschalten kann und so zur Ruhe komme.

Ein Bespiel: Zu Beginn, bei den ersten Terminen der Bestrahlung, ging mein Puls sofort hoch und mir wurde heiß vor Angst und Nervosität. Nachdem ich auf der Liege lag und mir die Maske auf das Gesicht geschnallt und am Tisch befestigt wurde fing ich an. Ich atmete  ein und aus (normalerweise atmet man tief ein, das ging unter der Maske aber nicht so gut und ich durfte mich nicht bewegen), bei dem ersten einatmen zählte ich 1, beim ausatmen 2 und wiederholte das so lange bis ich die 10 erreichte. Dann fing ich wieder von vorne an. Gleichzeitig habe ich mich darauf konzentriert, wie sich die Atmung in meinem Körper anfühlt. Die Zeit verging dadurch viel schneller und die Assistenten kamen schon wieder in den Behandlungsraum, befreiten mich von der Maske und halfen mir auf.

Nach den ersten 3-5 Behandlungen hatte ich keine Angst mehr.

Immer wenn ich  nervös oder ängstlich bin, ob vor dem einschlafen, einem Termin, oder sonst was, konzentriere ich mich auf meine Atmung. Mir hilft es, dir vielleicht auch!

Stell dich deinen Ängsten, sprich sie aus, passe dein Leben an, gestalte es stressfreier und es wird dir wieder besser gehen.

Deine Mona

 

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. endlich bin ich dazu gekommen diesen wunderschönen Blogbeitrag zu lesen meine Liebe! Deine Worte lassen mich nicht nur geborgen fühlen, sondern sind mir immer auch eine große Inspiration.
    Küsschen <3

    1. Meine Liebe Beatrice,
      vielen lieben Dank! Das freut mich wirklich sehr! ❤️

  2. Liebe Mona,
    Dankeschön, dass Du mich auf Deinen Blog aufmerksam gemacht hast. Ich habe intensiv Deinen Ängste/Sorgen/Stress Beitrag gelesen…es ist erstaunlich, wie sehr Du wusstest, dass Du mir aus dem Herzen sprichst bzw. wie sehr Du wusstest, dass ich einiges für mich daraus nehmen könnte. Ich werde natürlich auch Deine ganzen anderen Einträge lesen, habe hier und da schon reingeschaut….Deine Beiträge tun das, was Du auch im echten Leben mit anderen Menschen bzw. mit mir tust: Du triffst uns/mich direkt ins Herz. Deine absolute Positivität und Dein Optimismus sind so was von bewundernswert und auch ansteckend. Wenn ich mit Dir gesprochen habe, relativieren sich sofort immer Dinge, über die man sich (unnötigerweise) Gedanken gemacht hat…alles rückt sozusagen wieder ins rechte Licht…Ich sehe Dich noch genau vor mir, damals auf der Jobmesse 2014…ein hübsches, sympathisches und etwas schüchternes junges Mädchen…Deine Entwicklung in den letzten Jahren ist so enorm…aus Dir ist eine wunderschöne kluge junge Frau mit viel Tiefgang geworden…jeder, der Dich kennengelernt hat hier, schwärmt auch von Dir…man kann ja gar nicht anders 🙂 Du bist ein sehr besonderer Mensch, liebe Mona, darauf kannst Du stolz sein <3

    1. Liebe Marisa,
      vielen lieben Dank für diese schönen Worte! Ich bin froh dich in meinen Leben zu haben!

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